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Bücher
von Bernd Kessens
Kurzbeschreibung
Kessens läßt den Leser das Buch erleben, indem er die Hauptfigur zum Erzähler werden läßt. Dadurch ist die Perspektive von Beginn an festgelegt. Und daß es die Perspektive der deutschen Kultur ist, ist zwangsläufig. Denn wie sollte der mitteleuropäische Leser die Beweggründe verstehen, die Gefühle, die Leidenschaft, die im Flamenco liegen. (Wurde Kessens durch Rafael Aguilars Ballett Carmen Flamenco inspiriert?) Im Gegenteil, er erliegt der Faszination, die sich erst allmählich einstellt. Und die Hauptfigur sucht diese emotionale Herausforderung. Es geschieht im nicht, kaum ein Satz ist passiv. Er will es, ohne sich die Konsequenzen zu vergegenwärtigen. Seine Freundin Birgit, die die andere Seite seiner Ambivalenz verkörpert, bleibt bis zum Schluss ein Fremdkörper, und sie bleibt es auch darüber hinaus bis zum Beginn des Buches. Aber er überschreitet die Grenze nicht, stellt sich nicht der Herausforderung, und so bleibt auch Anna ihm fremd. Seine einzige Erfahrung ist letztendlich ein Blick aus dem Fenster in der Phase der Endorphinausschüttung und das schale Gefühl, es hätte anders sein können. Demgegenüber verknüpft Kessens Annas Schicksal mit Traditionen. Und er transferiert einen überholten familiären Ehrbegriff in die heutige Zeit, wo er völlig fehl am Platz wirkt. Aber Anna wehrt sich gegen Verbote, Gebote, Einschränkungen, Zwänge. Sie lebt; wenn auch kurz, so wenigstens intensiv!
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